β-Pinen ist das jüngere Geschwister von α-Pinen – chemisch fast identisch, im Geruch aber merklich anders. Wo α-Pinen wie ein frisch geschlagener Tannenbaum riecht, bringt β-Pinen einen krautig-harzigen, leicht muskatigen Unterton mit. In Cannabis taucht es vor allem in Haze-Linien und harzreichen Sativas auf.
Steckbrief β-Pinen
- Chemischer Name: 6,6-Dimethyl-2-methylenebicyclo[3.1.1]heptan
- Summenformel: C₁₀H₁₆
- Klasse: Bicyclisches Monoterpen
- Siedepunkt: ca. 166 °C
- Aroma: harzig, krautig, leicht dill-/petersilienartig
- Auch enthalten in: Hopfen, Dill, Kreuzkümmel, Petersilie, Basilikum
α-Pinen vs. β-Pinen
Beide Pinene unterscheiden sich nur durch die Lage einer Doppelbindung. Geruchlich heißt das: α-Pinen ist scharf-harzig, β-Pinen ist weicher, grüner, krautiger. Pharmakologisch überlappen sich die Effekte stark – β-Pinen wird aber zusätzlich mit Anti-Tumor- und Antidepressivum-Eigenschaften in Verbindung gebracht.
Wirkung – was die Forschung sagt
- Antidepressiv: Tierstudien zeigen Effekte über Dopamin- und Serotonin-Bahnen.
- Antimikrobiell: Wirksam gegen Bakterien und einige Pilze.
- Bronchodilatatorisch: Wie α-Pinen erweitert es die Atemwege.
- Anti-Tumor (Vorstudien): Hinweise auf Wirkung gegen Brust- und Lungenkrebszellen in vitro.
Sorten mit hohem β-Pinen-Anteil
- Super Silver Haze
- Haze-Linien allgemein
- Critical Mass
- Trainwreck
- Romulan
Vaporizer-Temperatur
β-Pinen siedet bei ca. 166 °C – ideal sind 165–175 °C im Vaporizer für eine ausgeprägte krautige Note.
FAQ: β-Pinen
Ist β-Pinen sicher zu inhalieren?
In typischen Cannabis-Konzentrationen ja. Es ist als Aromastoff zugelassen und kommt in vielen Lebensmitteln vor.
Quellen
- Salehi, B. et al. (2019). Therapeutic potential of α- and β-Pinene. Biomolecules, 9(11).
- Russo, E. B. (2011). British Journal of Pharmacology, 163(7).
Teil 6 der Hanfjack-Terpenbibliothek. Zur Übersicht.
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